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„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“

Zum 80. Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf Polen erklärt der friedenspolitischen Sprecher der Linksfraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Peter Ritter:

„Der 1. September 1939 stellte einen schrecklichen Wendepunkt der Geschichte dar. Mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen begann der verheerende Vernichtungsfeldzug der Wehrmacht, der ganz Europa in Schutt und Asche legte. Dieser Tag markierte auch den Beginn der Shoa. Aus antisemitischen, rassistischen und reaktionären Motiven ermordeten unsere Vorfahren in Konzentrationslagern Millionen von Menschen.

Der 1. September muss uns jedes Jahr erneut ins Gedächtnis rufen, welches unfassbare Leid diese menschenverachtende Ideologie der Nazis nach sich zieht. Wir dürfen an diesem Tag jedoch nicht nur erinnern. Wir müssen mahnen und uns tagtäglich dafür einsetzen, dass sich das Vergangene nicht wiederholt. Auch 80 Jahre nach dem Beginn des zweiten Weltkrieges sehnen sich Menschen in das mörderische Regime der Nationalsozialisten zurück, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen.

Aktuell versucht ein Untersuchungsausschuss im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern die Hintergründe und Verstrickungen des rassistischen Terrornetzwerkes ‚Nationalsozialistischer Untergrund‘ aufzuarbeiten. Am Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen finden zudem in Sachsen und Brandenburg Landtagswahlen statt. In beiden Ländern droht, dass eine Partei mehr als 20 Prozent erreicht, deren Bundesvorsitzender die Zeit des Nationalsozialismus als ‚Vogelschiss der Geschichte‘ verharmlost. In Brandenburg könnte die AfD sogar stärkste Kraft werden. Dass der dortige Spitzenkandidat Andreas Kalbitz an Camps von einem Verein teilnahm, der aufgrund seiner Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus verboten wurde, offenbart mehr als deutlich die Geisteshaltung dieser Partei.

Die Worte des italienischen Schriftsteller und Shoa-Überlebenden Primo Levi ‚Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen‘ scheinen aktueller denn je. Alle demokratischen Kräfte müssen dafür kämpfen, damit faschistische Tendenzen keine Chance in unserer Gesellschaft haben. Nur das kann die Botschaft des 1. Septembers sein.“