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"Föderalismus
voranbringen - Länderkompetenzen stärken"
Rede
von Peter Ritter im Landtag
von Mecklenburg-Vorpommern
Herr
Präsident,
sehr
geehrte Damen und Herren,
es
ist Zufall, dass sich der Landtag am 30. Januar auch mit den
Fragen der europäischen Verfassungsdiskussion beschäftigt.
Wenn
sich die Völker Europas auf den Weg machen, sich eine
Verfassung zu geben, kommen sie um ihrer Zukunftwillen , nicht
an ihrer Vergangenheit und Gegenwart vorbei.
Gerade
das deutsche Volk hat in dieser Frage des Zusammenwachsens der
Völker und Staaten Europas eine besondere Verantwortung und
da ist es wichtig, von dieser Stelle aus, an den 30.Januar
1933 zu erinnern.
An
diesem 30.Januar wurde Hitler vom Reichspräsidenten
Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Hitler übernahm nicht
einfach die Macht, er wurde in diese Machtposition gebracht.
Ganz Europa sollte der Ideologie und Politik Hitlers, seiner
Unterstützer und Förderer, unterworfen werden.
Bürgerrechte
wurden aufgehoben, demokratische Parteien zerschlagen.
Gewerkschaften aufgelöst. Der Zerschlagung jeglichen
demokratischen Lebens folgte der bis dahin schrecklichste
Krieg in der Geschichte Europas.
Wenn
die Völker Europas auf dem Weg sind, sich eine Verfassung zu
geben, dürfen sie diese Erfahrung nicht außer Acht lassen.
Antifaschismus sollte deshalb zu den Werten und Zielen der
Union gehören.
Von
unserem Bundesland sollten dazu die Impulse ausgehen.
Meine
Damen und Herren,
wenn
wir uns auf den Weg machen, gemeinsam mit den Präsidentinnen
und Präsidenten und den Fraktionsvorsitzenden der deutschen
Landesparlamente die Diskussion zur Europäischen Verfassung
aufzunehmen, erhält auch unsere, durch unsere
Landesverfassung formulierte Verantwortung, "dem inneren
und äußeren Frieden zu dienen", eine neue Qualität.
Gerade
in diesen Tagen erscheint es meiner Fraktion wichtig, darauf
hinzuweisen, dass Frieden und Versöhnung Werte und Ziele
jeglicher Politik sein müssen.
In
Europa, im Nahen und Mittleren Osten, in Amerika, überall auf
der Welt.
Wahrung
des Friedensgebots und des Gewaltverbots, Grundlagen der
UN-Charta, müssen auch Grundlage unserer Politik sein.
Krieg
darf kein legitimes und zu rechtfertigendes Mittel der Politik
sein, nicht in Europa und nicht im Irak.
Die
Welt ist heute verletzbarer denn je und der Frieden ist im
Zeitalter der Globalisierung unteilbar.
Das
ist die Botschaft, die auch von diesem Hohen Haus ausgehen
muss.
Wenn
sich das alte Europa auf den Weg in das neue Europa macht,
kann es auf Frieden und Friedensicherung nicht verzichten.
Unser
Bundesland kann und muss seinen Beitrag dazu leisten.
29.01.2003
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