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Zu
den Äußerungen des SPD-Vorsitzenden Till Backhaus im
Nordkurier vom 23. 10. 2003 erklärt der PDS-Landesvorsitzende
Peter Ritter:
Schwarzer-Peter-Spiel
für Konsensfindung ungeeignet
Herr
Backhaus will durchziehen. Wenn er die PDS mitziehen will,
bedarf es jedoch überzeugender Argumente. Drohungen und
Unterstellungen werden uns nicht beeindrucken, schon gar
nicht, wenn sie von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken
sollen.
Der im Sommer noch lauthals von Herrn Backhaus angekündigte
Protest hat sich seit dem Kanzlerspaziergang auf der IGA in
Rostock offensichtlich erledigt. Jetzt wird durchgezogen. Dass
mit der AGENDA 2010 die Probleme vor allem im Osten nicht
entschärft werden, will oder kann der SPD-Landesvorsitzende
offensichtlich nicht begreifen.
Die
Bürgerinnen und Bürger des Landes aber sehen die Probleme,
sind vielfach enttäuscht und wütend. Die PDS braucht daher
keine "Montagsdemonstrationen zu inszenieren". Die
PDS findet sich, wie am 20. 10. deutlich wurde, in vielfacher
Übereinstimmung mit Menschen, die ihre Proteste wieder auf
die Straße tragen.
Diesen
Diskussionen sollte sich Herr Backhaus stellen und nicht
gebetsmühlenartig behaupten, es gäbe keine
Alternativen. Der SPD-„Reformmotor“ ist längst ins
Stottern geraten. Dies aber liegt nicht am Unwillen anderer,
sondern an den falschen Lösungsansätzen.
Gleiches trifft zu auf die Verwaltungs- und Funktionalreform.
Wieder wird behauptet, vier Kreise wären optimal. Und wieder
wird nicht bewiesen, warum das so sein soll. Wieder wird
behauptet, dass sich nur die SPD bewege und nunmehr mit einem
Fünfer-Modell auf die PDS zuginge. Wieder wird unterschlagen,
dass die PDS mehrere Varianten vorgeschlagen und eingefordert
hat, diese zu prüfen. Aber Nein! Die SPD will durchziehen!
Wer in dieser Art und Weise Gespräche unter
Koalitionspartnern vorbereitet, ist an einer Konsensfindung
offenbar wenig interessiert. Dann aber soll er dies auch
deutlich sagen.
Der
PDS mit Unterstellungen permanent den Schwarzen Peter
zuzuschieben ist jedenfalls keine Basis für Problemlösungen.
Schwerin,
23. Oktober 2003
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