PETER RITTER    

Der PDS-Landesvorsitzende der PDS Mecklenburg-Vorpommern, Peter Ritter, erklärt: 

Gerster ohne jedes Augenmaß 

 

In Berlin lässt man nichts unversucht, aus den Arbeitslosen das letzte heraus zu sparen, indem man die Arbeitslosen- und Sozialhilfe auf dem Sozialhilfeniveau zusammen führt. Zur gleichen Zeit leistet sich der Chef der Bundesanstalt für Arbeit einen Luxus, der ihm angesichts der Millionen von Arbeitslosen in Deutschland die Schamröte ins Gesicht treiben müsste. 

820.000 Euro für die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit – Florian Gerster hat jedes Außenmaß verloren. Und offenbar nicht verstanden, dass die beste und genau genommen einzige Art von Öffentlichkeitsarbeit die sein sollte, arbeitslosen Menschen zu einem Job zu verhelfen. Doch stattdessen hat die Bundesanstalt vor, den Etat für aktive Arbeitsmarktpolitik um einige Millionen Euro herunter zu fahren. Mecklenburg-Vorpommern soll im nächsten Jahr 170 Millionen weniger erhalten als in diesem, und das bei einer Arbeitslosenquoten von fast zwanzig Prozent. 

In der Bundesanstalt wird er Betrag für die Medienberaterfirma für „marktgerecht“ gehalten. Aber 820.000 Euro sind auch etwa die Summe, die dem gesamten Arbeitsamtsbezirk Rostock für die Unterstützung, Beratung und Vermittlung von Arbeitslosen zur Verfügung steht, also für Bewerbungskosten, Reisekosten und so weiter. Der Arbeitsamtsbezirk Rostock hat 46.000 Arbeitslose. Diese Relation der Öffentlichkeitsarbeit erklären kann ganz sicher nicht mal ein hochbezahlter Medienprofi. 

Schwerin, 24. November 2003

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