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Stoppen wir den Krieg, bevor er beginnt! Kolumne
des Landesvorsitzenden der PDS Mecklenburg-Vorpommern, Peter
Ritter, im Sonntagsblitz
Im
Januar vor zwölf Jahren brach ein Wüstensturm los. „Wüstensturm“
nannte sich der Angriff der USA und ihrer Verbündeten gegen
den Irak – der zweite Golfkrieg. Der erste Golfkrieg fand
elf Jahre davor statt. Der Irak griff 1980 den Iran an –
unterstützt und aufgerüstet von den USA, Frankreich, der
Sowjetunion und den Golfsstaaten. Im Januar 2003 stehen wir
wieder an der Schwelle eines Krieges. Der Verbündete des
Jahres 1980 ist heute wie 1991 der Feind. Doch bei einem Krieg
gegen den Irak geht es heute wie 1991 nicht darum Saddam
Hussein zu entwaffnen. Es geht um die weitere Durchsetzung der
neuen Weltordnung. Es geht um Erdöl, es geht um die Kontrolle
des Nahen und Mittleren Ostens.
Keine
Frage, Saddam Hussein muss die ihm auferlegten Pflichten,
besonders die zur Durchführung der UN-Inspektionen, erfüllen.
Aber Krieg löst keine Probleme. Krieg ist das Problem. Ein
Krieg gegen den Irak ist eine Fackel, die in das Pulverfass
Naher und Mittlerer Osten geschleudert wird. Die Explosion
wird auch Europa treffen.
An
die Stelle der Stärke des Rechts tritt das Recht des Stärkeren.
Auch in Auseinandersetzung mit meiner eigenen Vergangenheit
weiß ich heute, dass die „Lehre von den gerechten und
ungerechten Kriegen“ falsch ist.
Viele
Menschen fürchten sich vor einem weiteren Irak-Krieg. Aber
nur wenige Menschen werden entscheiden, ob
Krieg geführt wird. Erst wenn die weltweite Ablehnung
des Krieges in weltweiten Widerstand umschlägt, könnte ein
neuer Krieg verhindert werden. Wir müssen unseren Beitrag
dazu leisten. Jede und jeder von seinem Platz aus: in der
Hausgemeinschaft, am Arbeitsort, als kommunaler Abgeordneter
oder von der Regierungsbank. Die Bundesregierung braucht Druck
- viel Druck -, damit das versprochene Nein zu einem Krieg
nicht aufgeweicht wird. Die Entscheidung, ob Krieg oder
Frieden, ist viel zu wichtig, um sie einer Regierung allein zu
überlassen! Deshalb möchte ich auch Sie bitten: Sagen Sie
Nein zum Krieg! Verleihen Sie dem Widerstand Gesicht und
Stimme. Nur dann kann der Krieg gestoppt werden, bevor er
beginnt.
26.01.2003
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