PETER RITTER    
Zum 15. Jahrestag der Öffnung der Mauer am 09.11.1989 erklärt der PDS-Landesvorsitzende Peter Ritter: 

Kein Grund zur Schönfärberei

 

„Der 9. November 1989 machte vielen Menschen Mut und Hoffnung. Mit dem 9. November 1989 wurden die Weichen für die Vereinigung beider deutscher Staaten gestellt. Nach 15 Jahren gibt es keinen Grund, sich leichtfertig die Zeit vor der Wende zurück zu wünschen. Es gibt aber auch keinen Grund, die ´selektive Erinnerung an die DDR´ zu beklagen wie es Ministerpräsident Ringstorff tut. Dass die Bürgerinnen und  Bürger in Ost wie in West die deutsche Einheit nicht nur euphorisch bejubeln, hat doch seine Gründe. Nicht nur, dass Kohl´s blühende Landschaften ausgeblieben sind. Nein, noch heute wird der Unterschied zwischen Ost und West immer wieder aufgemacht, von der Anerkennung der Lebensleistungen eines jeden Einzelnen bis hin zur aktuellen Diskriminierung der Arbeitlosengeld-II-Empfänger im Osten. Die Trennlinie im Einigungsprozess verläuft auch immer mehr zwischen oben und unten.

Die ´AGENDA 2010´ wird diesen Widerspruch weiter vertiefen, auch Feiertagsstreichungen oder 40-Stunden-Arbeitswochen werden daran nichts ändern. Auch 15 Jahre nach dem Mauerfall wird deutlich, dass sich die Bundesrepublik ändern muss. Sie braucht eine neue, gerechte Politik und keine halbherzigen Korrekturen. Es gibt also keinen Grund etwas schön zu färben. Nicht die Zeit vor dem 9. November 1989 und nicht die Zeit danach.„

Schwerin, 09. November 2004

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