|
Mehr Fragen als Antworten in Kita-Novelle – Umsetzung
nicht zu schaffen
Die Kita-Novelle, die die Landesregierung gestern in
den Landtag eingebracht hat, wirft nach Ansicht des
kommunalpolitischen Sprechers der Linksfraktion, Peter
Ritter, mehr Fragen auf als sie Antworten
gibt.
„Es fehlen nicht nur die Richtlinien und
die Bildungskonzeption, die Voraussetzungen für die
Umsetzung des Gesetzes und die Verteilung der Mittel
sind“, erklärte Ritter am Freitag. Völlig ungeklärt
sei darüber hinaus, wie die Kommunen in dem geplanten
Zeitrahmen die neuen Vorgaben umsetzen sollen – das Gesetz
soll bereits zum 1. August in Kraft treten. „Dem Landtag fehlt
die Zeit für eine fundierte Beratung, und die Kommunen
stehen vor der schier unlösbaren Aufgabe, mit den
Kreisgremien und den Trägern der Kitas die erforderlichen
Beratungen und Verhandlungen zu führen und entsprechende
Entgeltvereinbarungen abzuschließen“, so Ritter. Dies gehe
u.a. aus einem Schreiben des Landrats des Landkreises Demmin,
Siegfried Konieczny, an die Abgeordneten des Landtags aus
diesem Kreis hervor.
„Unklar sind bis heute auch die Höhe und der Zeitpunkt
der Auszahlung der zusätzlichen Finanzzuweisungen sowie
die zu erwartende zusätzliche finanzielle Belastung der
Kommunen“, sagte Ritter. Diese zusätzlich
erforderlichen Mittel, die die örtlichen Träger der
Jugendhilfe dann bereitstellen müssen, seien bisher im
Kreishaushalt gar nicht eingeplant. „Offenbar wiederholt
sich das Novellierungs-Chaos von 2008 bei der Einführung
der Essenszuschüsse und der Elternentlastung, in diesem Jahr
nur in noch größerem Ausmaß.“
Die Linksfraktion fordert die Landesregierung auf, die Einführung
des Gesetzes zu verschieben oder klare, unbürokratische Übergangsregelungen
zu schaffen. „Darüber hinaus müssen jetzt umgehend die
vielen offenen Fragen gemeinsam mit der kommunalen Ebene geklärt
werden“, betonte Ritter.
30.04.2010
|
|