Haushalt
mit Augenmaß
Die
Fraktion DIE LINKE/Bündnis 90 Die Grünen hat sich auf
ihrer Sitzung am 25.01.2010 mit den aktuellen Zahlen zum
Haushaltsplanentwurf des Landkreises beschäftigt. Landrat
Siegfried Konieczny und der zuständige Dezernent der
Kreisverwaltung Thomas Disterheft erläuterten den gegenwärtigen
Stand nach vorliegender Jahresabschlussrechnung 2009.
Durch einen positiven Jahresabschluss ergibt sich nun die
Möglichkeit einen ausgeglichenen Haushalt für 2010 mit
einer Kreisumlage in Höhe von 45 % statt wie bisher
geplant von 46 % vorzulegen. „Nach Auffassung der
Fraktion legt die Verwaltung damit einen Planentwurf mit
Augenmaß vor. Dieser Ansatz versetzt den Kreis in die
Lage, die Aufgaben auskömmlich zu finanzieren, die er
auch als Dienstleister für die kreisangehörigen Kommunen
erbringt. Allein der Sozialetat beträgt über 60% des
Gesamtvolumens. Wichtige Dinge wie die Jugend- und
Schulsozialarbeit, die Unterstützung des
Kreissportbundes, des Schülertransports oder finanzielle
Hilfen für Museen im Kreis können so fortgeführt
werden.“, so der Fraktionsvorsitzende Peter Ritter. Die
Verwaltung plane zudem, eine Rücklage zu bilden. Diese Rücklage
soll genutzt werden, um jetzt nicht planbare Ausgaben
finanzieren zu können. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass
die Kosten für den Winterdienst über die Plangrößen
hinaus gehen können, auch Folgeschäden an den Kreisstraßen
sind durch den Dauerfrost nicht auszuschließen.
„Deshalb ist es gut, wenn man für solche Fälle Gelder
rückstellen kann. Der Vorschlag der CDU-Fraktion, auch
diesen Betrag für eine weitere Senkung der Kreisumlage zu
nutzen, wird daher von meiner Fraktion nicht unterstützt.
Eine weitere Senkung der Kreisumlage hört sich zwar schön
an, hilft aber am Ende niemanden wirklich.“, so Ritter.
Auf Kritik stieß auch die Begründung des CDU-Antrages.
Dort wird festgestellt, dass die Einnahmen der kreisangehörigen
Gemeinden in den nächsten Jahren rückläufig seien.
„Das ist richtig. Doch blendet die CDU-Fraktion völlig
aus, dass diese Einnahmeverluste u.a. auf die
landespolitischen Weichenstellungen zurückzuführen sind.
Dann den „Retter der Enterbten“ zu spielen, ist wenig
glaubwürdig. Mit
seriöser Haushaltspolitik hat
das nichts zu tun.“,
so Ritter weiter. Unbeantwortet ist bislang auch die
Frage, wie der von der CDU-Fraktion nach ihrer Klausur
angekündigte Abbau von 88 Stellen aussehen soll. „Eine
Personalkürzung mit dem Rasenmäher wird es mit der
Fraktion DIE LINKE/B 90 Die Grünen nicht geben.“, so
Peter Ritter. Konieczny und Disterheft erläuterten
dagegen nachvollziehbar den aktuellen Plansatz bei den
Personalkosten, welcher nun das tatsächliche Ist
widerspiegelt und auf Grund der Erfahrungswerte niedriger
angesetzt wird. Auf Vorschlag von Jeannine Rösler,
Mitglied im Jugendhilfesausschuss, wird die Fraktion auf
der nächsten Sitzung des Kreistages einen Antrag
einbringen, mit dem der Landrat aufgefordert wird, sich
gegenüber der Landesregierung dafür einzusetzen, dass
die zur Verfügung stehenden Landesmittel für die
gestiegene Inanspruchnahme der KITA-Plätze umgehend
ausgezahlt werden. Aus Sicht der Fraktion ist nicht
nachvollziehbar, dass nach Beschluss des Landeshaushaltes
die Mittel erst ab Oktober fließen sollen und Eltern, Träger
und Kommunen die Mehrkosten bis dahin selbst tragen müssen.
Die Fraktion trifft sich am 1.Februar zu einer weiteren
Sitzung. „Zu dieser Sitzung haben wir eine Übersicht über
die Auswirkungen der von der Kreisverwaltung vorgesehenen
Kreisumlage für die Gemeinden des Kreises erbeten. Nach
Abwägung dieser Rahmenbedingungen wird sich die Fraktion
endgültig zum Haushaltsentwurf verhalten.“, so Ritter
abschließend.