Große Koalition übt sich bei
Verwaltungsreform in Quadratur des Unsinns
Nach Ansicht des innenpolitischen Sprechers der
Linksfraktion, Peter Ritter, gleicht das
Vorgehen der Großen Koalition bei der
Verwaltungsreform der Quadratur des Unsinns.
„In ihrer Hilflosigkeit in Sachen
Verwaltungsmodernisierung holen SPD und CDU
immer wieder etwas Neues aus der Trickkiste“,
erklärte er am Mittwoch. Nach den jüngsten Überlegungen
sollen bisherige Landesaufgaben zwar auf die
Kreise verteilt werden, aber nicht auf alle.
Vielmehr sollen die Kreise kooperieren und sich
die Aufgabenerledigung teilen.
„Sollte dieses Vorhaben tatsächlich
umgesetzt werden, stehen neue Kreisstrukturen
ernsthaft in Frage“, sagte Ritter.
Bereits heute kooperierten die Landkreise und
teilten sich Aufgaben – ein Verfahren, das
problemlos in den jetzigen Strukturen ausgebaut
werden könnte. Diese Herangehensweise verstoße
allerdings gegen das vom Landtag beschlossene
Leitbild. Dort heißt es: „Zur Sicherung
transparenter Strukturen sollen in der Regel
Landesaufgaben auf alle Landkreise übertragen
werden.“ (DS 5/1409 punkt 5.5).
„Ziel war es, möglichst viele
staatliche und kommunale Dienstleistungen aus
einer Hand zu erbringen“, betonte Ritter.
„Mit dem jetzt im Koalitionsausschuss gefundenen
Kompromiss wird erneut bewusst gegen das eigene
Leitbild verstoßen“, kritisierte er. Die
Koalition sollte also ernsthaft das von ihr
erarbeitete Leitbild und die aktuellen Pläne
auf ihre Passfähigkeit prüfen. „Von der viel
beschworenen Stärkung der kommunalen
Selbstverwaltung ist bislang jedenfalls nichts
zu spüren. Wir dürfen gespannt sein, in
welche Sackgassen sich die Koalition noch manövriert“,
so Ritter.