Gewalt gegen Polizei aufs Schärfste verurteilen und ächten
Der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter
Ritter, verurteilt den gestrigen Brandanschlag gegen
Polizeibeamte in Greifswald aufs Schärfste. „Leider
musste in der Vergangenheit eine Zunahme von gezielten und
hinterhältigen Attacken auf Polizisten festgestellt
werden“, erklärte er am Dienstag in Schwerin. Diesem
deutschlandweit auftretenden Phänomen müsse entschieden
entgegengetreten werden.
Zugleich warnt Ritter davor, eine Lösung allein
in härteren Strafen zu suchen. „Während die Einführung
einer Mindeststrafe sinnvoll erscheint, ist die generelle
Anhebung des Strafmaßes auf fünf Jahre Haft, wie von
Innenminister Caffier gefordert, dagegen nicht
hilfreich“, sagte Ritter. Es bestünden erhebliche
Zweifel, dass sich Gewalttäter davon abschrecken lassen.
Zielführender sei ein Zusammenspiel zwischen guter
Ausstattung und Präsenz der Polizei auf den Straßen
sowie zeitnahen Verurteilungen der Straftäter. „Justiz
und Polizei müssen daher gleichermaßen gestärkt
werden“, betonte Ritter.
Schon heute sei bekannt, dass die Ursachen für
Gewalttätigkeit vor allem in Defiziten bei der Erziehung,
Integration und fehlenden beruflichen Perspektiven lägen.
Auch ließe eine bundesweite Studie zum Thema
„Gewalt gegen Polizisten“ wichtige Hinweise erwarten,
die allerdings erst im Herbst nächsten Jahres präsentiert
würden. Auf Antrag der Linksfraktion wird sich der
Innenausschuss jedoch unabhängig vom Abschlussbericht der
Studie mit diesem Thema erneut befassen. Bis 2011 könne
nicht gewartet werden, dazu sei das Problem zu drängend.
Ritter forderte die Koalition auf, die
Polizeireform des Innenministers zu überarbeiten.
„Tritt die neue Organisationsstruktur in Kraft, hat dies
fatale Folgen für das Einsatzgeschäft der Polizei“,
sagte Ritter. Die Polizeipräsenz werde damit nicht gestärkt,
große Probleme seien wegen der zunehmenden Überalterung
der Polizistinnen und Polizisten zu erwarten. „Dies
haben auch die Ergebnisse der jüngsten Anhörung zum
Polizeiorganisationsgesetz bestätigt.“