Koalition blockiert sich - Verwaltungsmodernisierung
verkommt zur Farce
Nach Ansicht des innenpolitischen Sprechers der
Linksfraktion, Peter Ritter, droht die Verwaltungsreform
im Land endgültig zur Farce zu verkommen. "Tonnen
von Papier sind beschrieben, unzählige Experten-Anhörungen
haben im Innenausschuss und in der Enquetekommission
stattgefunden - dennoch ist das bisherige Ergebnis nicht
der Rede wert", erklärte er am Dienstag. Die
Koalition aus SPD und CDU blockiere sich selbst, und die
Modernisierung der Verwaltung im Land komme keinen Schritt
voran.
"Dabei waren SPD, aber auch die CDU schon einmal
weiter", so Ritter. Die unter der rot-roten
Landesregierung vorgelegten Aufgabenübertragungen vom
Land auf die Kommunen hätten zum Abbau von
Doppelstrukturen und Bürokratie geführt. "Dass die
SPD jetzt meilenweit davon abrückt und am liebsten gar
keine Aufgabenübertragung mehr will, ist ein meilenweiter
Rückschritt", sagte Ritter. Selbst der CDU seien die
damaligen Vorschläge nicht unsympathisch gewesen, auch
wenn sie die Aufgabenübertragung inklusive
Kabinettsreform am liebsten ohne Kreisgebietsreform
gesehen hätte. "In ihrem Wandel vom Chefankläger
zum Chefreformer agiert die CDU heute mut- und
ideenlos", kritisierte Ritter. "Das, was aus dem
Hause Caffier kommt, ist nicht mal ein Reförmchen und
wird von kaum jemand im Land getragen."
Die Anhörungen hätten sehr deutlich gemacht, dass die
von der Koalition vorgelegten Gesetzentwürfe in
wesentlichen Punkten gegen das vom Landtag beschlossene
Leitbild verstoßen und die Aufgabenzuordnung völlig
unzureichend ist. U.a. sei vielfach gefordert worden, den
Vollzug der Kreisgebietsreform auf den Zeitpunkt der
Kommunalwahlen 2014 zu verschieben. "Dies würde das
Zusammenwachsen der Kreise fördern, sinnvolle Erfahrungen
aus dem vorangegangenen Versuch der Verwaltungsreform, wie
die Arbeit der Aufbaustäbe, könnten einbezogen
werden", so Ritter. Auch für die eingehende Prüfung
von Alternativen, wie dem vom Neubrandenburger Oberbürgermeister
vorgeschlagenen Kooperationsmodell wäre Zeit.
"Anstatt die Gesetze noch vor der Sommerpause auf
Biegen und Brechen durchzudrücken, sollte die Koalition
dem Antrag meiner Fraktion zustimmen, die Reform zu
verschieben", so Ritter. "Dies würde auch dem
in der Anhörung allgemein anerkannten Reformbedarf
entgegenkommen."