Zur „kritischen Debatte“ gehören immer zwei Seiten
Sellerings Kritik an Verteidigungsminister zu
Guttenbergs Forderung die Schulen für Debatten zum
Afghanistan-Einsatz zu öffnen, ist berechtigt. „Es ehrt
den Ministerpräsidenten des Landes, wenn er sich zum
wiederholten male gegen das Engagement Deutschlands im
Afghanistan-Krieg einschließlich aller Nebenwirkungen öffentlich
äußert, vielleicht erreicht er ja durch diese
Beharrlichkeit ein Umdenken in der SPD auf Bundesebene.
Doch dazu müsste er konsequent sein und auch Anträgen im
Landtag, die gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr
gerichtet sind, zustimmen“, so der innenpolitische
Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag
Mecklenburg-Vorpommern, Peter Ritter. Und Ritter weiter
„Zu einer kritischen Debatte gehören immer zwei Seiten.
Für eine umfassende Aufklärung über Ergebnisse der
Afghanistan-Mission wäre es also dringend geboten auch
Menschenrechtsorganisationen oder vom Krieg selbst betroffenen
Afghanen die Schultüren zu öffnen“.
Die von der Jungen Union geübte Kritik an Sellerings
Äußerung ist in ihrer Reflexartigkeit weder neu noch
hilfreich. „Das Gerede von „gefährlichen Einsätzen“
ist von der Realität längst überholt. Die Politik hat
die Soldatinnen und Soldaten in einen Krieg geschickt und
muss sie von dort endlich zurückholen“, so Ritter.
„Wenn zu Guttenberg meint, seine Töchter sollten Stolz
auf die gefallenen deutschen Soldaten sein, ist das seine
Sache. Die Schulen zu gebrauchen, um diesen Stolz
Allgemeingut werden zu lassen, ist aber abzulehnen. Daher
hat Sellering mit seiner Kritik recht, auch wenn es noch
an der letzten, notwendigen Konsequenz fehlt“, so Ritter
abschließend.