Koalitionsfraktionen haben Verwaltungsreform in
Sackgasse manövriert
Nach Angaben des
innenpolitischen Sprechers der Linksfraktion, Peter
Ritter, hat die heutige abschließende
Beratung im Innenausschuss zur anstehenden Verwaltungsmodernisierung
bestätigt, dass die Reform letztlich auf
eine Kreisgebietsreform beschränkt werden
soll. „Die Koalitionsfraktionen haben den Reformprozess
insgesamt in eine Sackgasse manövriert“,
erklärte Ritter am Donnerstag. „Eine notwendige
und sinnvolle Verschlankung der staatlichen
Verwaltung ist damit blockiert, und es entsteht zu
Recht der Eindruck, die Landesebene saniere sich
auf Kosten der Kreise und kreisfreien Städte“,
so Ritter. Die vom Innenminister viel gepriesene „Reform
im Dialog“ sei in der kommunalen Familie längst
zum Unwort avanciert.
„Die neue Kreisstruktur
weicht mehrfach und zum Teil erheblich vom Strukturleitbild
hinsichtlich Flächengröße und Einwohnerzahlen
ab“, sagte Ritter. „Die Vorgaben im Gesetz
wurden mit keiner Silbe fachlich hinterfragt, dies
könnte sich bei den angekündigten Klagen als rechtlich
fragwürdig erweisen. Auch bei der Festlegung
der Kreissitze ignoriert die Koalition die von
ihr selbst aufgestellten Kriterien und
wendet sie so an, wie es ihnen in den Kram
passt“, so Ritter. So sollten u.a. die
Kreissitze so gelegen sein, dass sie sowohl von
Ehrenamtlichen, aber auch von Bürgerinnen und Bürgern
mit vertretbarem Aufwand erreicht werden können.
Ferner sollten die Auswirkungen bei drohendem
Kreissitzverlust Kriterium sein. „So wurden die strukturellen
Nachteile als Entscheidungsgrundlage für
Parchim heranzgezogen, während diese für Anklam
nicht gelten sollen“, sagte Ritter. „’HGW adé,
dank Sellering und Caffier’ ist damit zwar vom
Tisch – Schaden nimmt aber eine ganze Region.“