Verwaltungsreform der Großen
Koalition bleibt Stückwerk!
Nach Ansicht des innenpolitischen
Sprechers der Linksfraktion, Peter Ritter, bleibt die
Verwaltungsreform der Großen Koalition Stückwerk.
„Auch wenn sich SPD und CDU endlich sinnvoller Weise
dazu durchgerungen haben, dass der Landtag über
die künftigen Kreisstädte entscheidet, bleibt
das nach eigenem Bekunden der Koalitionäre größte
Reformvorhaben Stümperei“, erklärte Ritter am Freitag.
„Das Tamtam der Koalitionäre
um die Kreissitze ist nur ein Bruchteil der Mängelliste“,
so Ritter. Die großen Schwachstellen der Reform
seien in der Anhörung noch einmal deutlich aufgezeigt und
benannt worden. „Doch die Abgeordneten von SPD und CDU
verschließen Augen und Ohren“, kritisiert Ritter. Die
SPD habe aus den Fehlern von 2006 nichts gelernt, und die
CDU habe ihre Kritikpunkte von damals vergessen.
„Das vom Landtag beschlossene
Leitbild wird mehrfach verletzt, die Einheit
von Struktur- und Funktionalreform ist nicht gegeben,
schlicht weil es keine Funktionalreform gibt, und
Alternativen wurden nicht ausreichend geprüft“, sagte
Ritter. Die Reihe ließe sich fortsetzen, spannend sei
jetzt die Frage, nach welchen Kriterien die neuen
Kreissitze festgelegt werden sollen. „Es ist nicht
auszuschließen, dass nun auf Stimmenfang in der
Koalition gegangen wird“, so Ritter. Es sei zu befürchten,
dass nach dem Motto verfahren wird: Du bekommst die
Kreisstadt und stimmst dem Gesetz zu, du behältst die
Polizeiinspektion und stimmst dem Gesetz zu. „Fachlichkeit
bleibt so auf der Strecke, die wirklichen
Probleme des Landes werden nicht gelöst“, sagte Ritter.
„Und die Gesetze landen sicherlich in Greifswald.“