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CDU-Motto bei Kreisstrukturreform: Augen zu und durch
Nach Ansicht des innenpolitischen Sprechers der
Linksfraktion, Peter Ritter, können die CDU-Verlautbarungen
zur Kreisstrukturreform aus dem italienischen Cadenabbia im
heimatlichen Mecklenburg-Vorpommern erhebliche politische und
rechtliche Konsequenzen haben.
"Während in den Landkreisen, kreisfreien Städten und im
Landtag die Vorbereitungen für die erneuten umfangreichen Anhörungen
am 10. und 11. Mai auf Hochtouren laufen, haben die Minister
Seidel und Caffier mit der CDU-Landtagsfraktion die Ergebnisse
der Anhörung bereits diskutiert und beschlossen, 'an den
Grundlinien des Gesetzentwurfes festzuhalten'", sagte
Ritter am Dienstag. "Mit einer rechtlich vorgeschriebenen
ergebnisoffenen Anhörung hat dies nichts zu tun",
betonte er. Die erneuten Anhörungen erfolgen nach Angaben von
Ritter auf der Grundlage von Anträgen der Linksfraktion, der
FDP und der Koalitionsfraktionen. "Verfahrensfehler gefährden
die gesamte Reform, auch wenn sie bei Chianti und Prosecco
begangen werden", so Ritter.
Die CDU-Fraktion wolle offenbar die beiden Gesetzentwürfe
zementieren, die in wesentlichen Teilen von dem vom Landtag
beschlossenen Leitbild abweichen. "Die notwendige
Verwaltungsmodernisierung verkommt zu einer durch nichts begründeten
Landkreisneuordnung", so Ritter. Kritiken der Anhörungen
würden nicht ernst genommen, die Landesverwaltung verharre in
ihrer Mehrstufigkeit, das kommunale Ehrenamt bleibe auf der
Strecke. "Augen zu und durch - das ist das Signal von der
CDU-Fraktionsklausur", kritisierte Ritter. "Dafür hätte
die CDU nicht erst nach Italien reisen müssen - oder fühlt
sie sich dort vor dem Protest der Kommunalpolitiker aus den
eigenen Reihen sicher?"
Schwerin, 16.03.2010
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