Koalitionsfraktionen offenbaren fragwürdiges
Verständnis von Demokratie
Die Weigerung der
Koalitionsfraktionen von SPD und CDU, den
Entwurf einer Kooperationsvereinbarung mit der
Bundeswehr über den Einsatz von Jugendoffizieren
an Schulen auf den Tisch des Parlaments zu legen,
ist nach Ansicht des innenpolitischen Sprechers
der Linksfraktion, Peter Ritter, an Ignoranz
nicht zu überbieten.
„Mit ihrem anhaltenden
Hickhack auch in dieser sensiblen Frage hat
die Koalition dem öffentlichen Erscheinungsbild
des Landes erneut geschadet“, erklärte
Ritter am Freitag. Mit der Ablehnung des Antrags
der Linksfraktion „Neutralität und
Ausgewogenheit von Informationsveranstaltungen der
Bundeswehr an Schulen gewährleisten“
offenbarten die Koalitionsfraktionen erneut ein fragwürdiges
Verständnis von Parlamentarismus und
Demokratie. „Wir wollten wissen, ob die
Landesregierung eine Kooperationsvereinbarung mit
der Bundeswehr abschließen möchte und wenn ja, welchen
Inhalts.“
Darüber hinaus sei es
erforderlich, dass der Landtag ein Jahr nach
Inkrafttreten der Vereinbarung über die
Entwicklungen an den Schulen informiert wird.
„Erst dann können wir und die Öffentlichkeit
nachvollziehen, ob die Ausgewogenheit und
Neutralität von Informationsveranstaltungen der
Bundeswehr an Schulen tatsächlich gewahrt ist“,
so Ritter. „Aber mit der Arroganz der Macht
haben die Koalitionsfraktionen unseren Antrag abgebügelt.“