Schöne heile Kommunalwelt
entspricht nicht der Realität
Der innenpolitische Sprecher der
Linksfraktion, Peter Ritter, widerspricht dem
Innenminister des Landes, Lorenz Caffier, der von einer überwiegend
gesicherten Leistungsfähigkeit der Gemeinden des Landes
ausgeht.
"Der Rubikon leuchtet grün, die Finanzlage hat sich
weiter verbessert, lässt uns Herr Caffier wissen",
erklärte Ritter am Donnerstag in Schwerin. Der
Innenminister bastele weiter an seiner schönen heilen
Kommunalwelt, die nur leider nichts mit der Realität zu
tun habe, denn die Daten des jetzt vorgelegten Finanzatlas
spiegeln das Jahr 2008 wider. "Zwischenzeitlich aber
gab es eine der größten Finanzkrisen der bundesdeutschen
Geschichte, eine Novelle des FAG, ein
Wachstumsbeschleunigungsgesetz des Bundes, dessen
Auswirkungen auf die Kommunen noch nicht bezifferbar
sind", so Ritter.
"Die 2008 angelegten oder vorhandenen Rücklagen in
den Kommunen schmelzen in den meisten Fällen dahin wie
gegenwärtig der Schnee in der Sonne", sagte Ritter.
Vor diesem Hintergrund von einem positiven Trend bei den
Kommunalfinanzen zu sprechen, sei schon abenteuerlich.
"Die Forderung auch meiner Fraktion, die Kommunen am
Haushaltsüberschuss des Landes teilhaben zu lassen, ist
und bleibt berechtigt", betonte Ritter. Den Kommunen
Vorwürfe zu machen, die Begrüßungsgeld für Neugeborene
zahlen oder Schwimmlager für Kinder finanzieren, sei
dagegen kontraproduktiv. "Sollen wir erst zufrieden
sein, wenn in alle Kommunen sämtliche freiwilligen
Leistungen gestrichen sind? Das kann doch wohl nicht Ziel
verantwortungsvoller Kommunalpolitik sein", so
Ritter.