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Wenig
Erfreuliches auf dem Arbeitsmarkt
Auf
ihrer Sitzung am 1.März beschäftigte sich die
Kreistagsfraktion DIE LINKE/Bündnis 90 Die Grünen mit der
aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Demmin
und den möglichen Auswirkungen der bevorstehenden
SGB-II-Organisationsreform. Als kompetente Gesprächspartnerin
hatte die Fraktion die Geschäftsführerin der Demminer ARGE,
Frau Christina Felgenhauer, eingeladen.
„Die
aktuellen den Arbeitsmarkt betreffenden Zahlen sind wenig
erfreulich, Besserung ist nicht in Sicht.“, so der
Fraktionsvorsitzende Peter Ritter. Während mehr als 13.000 Bürgerinnen
und Bürger des Landkreises auf Hilfeleistungen in
unterschiedlicher Form angewiesen sind, gibt es im Landkreis
nur rund 20.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.
Darunter sind viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Die
Empfängerinnen und Empfänger von Hartz-IV-Leistungen leben
in 7.320 Bedarfsgemeinschaften. Auch die Zahl der so genannten
„Aufstocker“ ist erschreckend. Das heißt, dass mehr als
250 ALG-I-Empfängerinnen und Empfänger, mehr als 200 Selbständige
und mehr als 2300 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, auf zusätzliche
Leistungen angewiesen sind, um einigermaßen über die Runden
zu kommen. Alles in allem führt das zu einer Unterbeschäftigungsquote
im Landkreis von 26,3%.
„Hinter
diesen Zahlen stecken Schicksale von Familien und Einzelnen,
die in der Regel unverschuldet von Arbeitslosigkeit betroffen
sind oder ihre Existenz nicht sichern können. Mit diesen
Fakten sollte sich FDP-Chef Westerwelle auseinandersetzen, ehe
er mit pauschalen Vorwürfen einen Keil zwischen Hartz
IV-Bezieher und Beschäftigte treibt. Für uns ist
Hartz-IV eine historische Fehlentscheidung. Hartz-IV muss
daher überwunden werden.“, so Ritter weiter. Vor diesem
Hintergrund ist das jahrelange politische Tauziehen um die
SGB-II-Organisationsreform nicht akzeptabel. Das Urteil des
Bundesverfassungsgerichtes liegt nun schon über zwei Jahre
zurück, ohne dass der Bundesgesetzgeber tätig geworden ist.
Angesichts der beschriebenen Situation und des jetzt
entstandenen Zeitdrucks steht die Fraktion DIE LINKE/Bündnis
90 Die Grünen einer Kommunalisierung der Betreuung von
SGB-II-Empfängerinnen und Empfängern ablehnend gegenüber.
„Erwerbslosigkeit ist ein gesamtgesellschaftliches Problem
und insofern Aufgabe des Bundes. Dieser darf das Problem nicht
weiter aussitzen. Außerdem wäre der Mehraufwand bei
Personal, Finanzen, Liegenschaften, Software, der bei einer
alleinigen Übertragung in kommunale Hoheit entstehen würde,
auch angesichts der kommunalen Finanzlage nicht tragbar. Eine
Grundgesetzänderung, die die Arbeit der ARGE in bisheriger
Form fortführen könnte, ist daher aus Sicht der Fraktion die
sinnvollere Variante.“, so Ritter.
Die
Fraktion beschäftigte sich auch mit der Vorbereitung der nächsten
Sitzung des Kreistages. Hinsichtlich der Anträge der
CDU-Fraktion zur Nutzung kreiseigener Liegenschaften für
Photovoltaik-Anlagen oder der Errichtung einer
Wasserskistrecke auf dem Kummerower See plädiert die Fraktion
für eine Überweisung der Anträge in die zuständigen Ausschüsse
des Kreistages, um dort zunächst einmal Bedarfe, Möglichkeiten
und finanzielle Auswirkungen zu klären.
Angesichts
der nicht enden wollenden Debatten um den künftigen Umgang
mit dem Peenetal spricht sich die Fraktion für eine
breite Einbeziehung der in der Region lebenden und arbeitenden
Bürgerinnen und Bürger und sieht in der NABU-Stiftung eine
durchaus tragfähige Lösung. „Wie eine solche Einbeziehung
verschiedener Interessegruppen aussehen kann, zeigen Beispiele
andere Naturparke. Im Naturpark „Mecklenburgische Schweiz
und Kummerower See arbeitet zum Beispiel seit Jahren ein Förderverein.
Warum sollen solche oder andere Formen der Mitarbeit nicht
auch im Peenetal möglich sein? Der Beschluss des Kreistages
Ostvorpommern gegen die NABU-Stiftung ist in dieser Debatte
jedoch wenig hilfreich.“, so Ritter abschließend.
Demmin, 01.03.2010
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