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Leserbrief
zum Bundesparteitag der LINKEN
Ziel
erreicht, die neue Führung steht. So, wie in einer Nacht
ausgehandelt und durch einen Mitgliederentscheid, der eine
wirkliche Entscheidung nicht zuließ, bestätigt, wurde die
neue Parteiführung gewählt. Also könnte man zufrieden sein.
Nur: der Schein trügt! Die Wahlergebnisse und ihr
Zustandekommen sind nicht vom vielfach geäußerten und
geforderten Wunsch nach Gemeinsamkeit und Geschlossenheit geprägt.
Auch die ausgesprochene Nichtwürdigung der Leistung von
Dietmar Bartsch und das respektlose Verhalten von Oskar
Lafontaine während Bartsch´s Verabschiedung waren dafür
deutliche Zeichen, auch Gysis Laudatio ändert nicht an diesem
Gesamteindruck. Wer nicht ins eigene Profil passt, kann seinen
Stuhl räumen. Basta! Zum x-ten male forderte Gysi die
Landesverbände Ost und West auf, aufeinander zuzugehen und
sich bei einem Glas Wein besser kennen und verstehen zu
lernen. Hat er diesen Tipp im Vorfeld auch mal Lafontaine und
Bartsch gegeben? Und ist es wirklich ein Konflikt Ost/West der
noch mehr oder weniger im Verborgenen quillt? Ich denke eher,
dass es um unterschiedliche Auffassungen zur politischen
Ausrichtung der Partei geht, dokumentiert in und durch die
verschiedenen Strömungen. Und dass ist eine
Auseinandersetzung die durch alle Himmelsrichtungen geht. Auf
dem Rostocker Parteitag haben in dieser Auseinandersetzung
nicht vordergründig die besseren Argumenten gezählt,
sondern eher die konsequenteren Strippenzieher hinter den
Kulissen. Ob das hilft, der Partei die notwendige inhaltliche
Profilschärfe zu geben, ist aus meiner Sicht stark zu
bezweifeln .
17.05.2010
Peter
Ritter, MdL
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