PETER RITTER    

Leserbrief zum Bundesparteitag der LINKEN

Ziel erreicht, die neue Führung steht. So, wie in einer Nacht ausgehandelt und durch einen Mitgliederentscheid, der eine wirkliche Entscheidung nicht zuließ, bestätigt, wurde die neue Parteiführung gewählt. Also könnte man zufrieden sein. Nur: der Schein trügt! Die Wahlergebnisse und ihr Zustandekommen sind nicht vom vielfach geäußerten und geforderten Wunsch nach Gemeinsamkeit und Geschlossenheit geprägt. Auch die ausgesprochene Nichtwürdigung der Leistung von Dietmar Bartsch und das respektlose Verhalten von Oskar Lafontaine während Bartsch´s Verabschiedung waren dafür deutliche Zeichen, auch Gysis Laudatio ändert nicht an diesem Gesamteindruck. Wer nicht ins eigene Profil passt, kann seinen Stuhl räumen. Basta! Zum x-ten male forderte Gysi die Landesverbände Ost und West auf, aufeinander zuzugehen und sich bei einem Glas Wein besser kennen und verstehen zu lernen. Hat er diesen Tipp im Vorfeld auch mal Lafontaine und Bartsch gegeben? Und ist es wirklich ein Konflikt Ost/West der noch mehr oder weniger im Verborgenen quillt? Ich denke eher, dass es um unterschiedliche Auffassungen zur politischen Ausrichtung der Partei geht, dokumentiert in und durch die verschiedenen Strömungen. Und dass ist eine Auseinandersetzung die durch alle Himmelsrichtungen geht. Auf dem Rostocker Parteitag haben in dieser Auseinandersetzung  nicht  vordergründig die besseren Argumenten gezählt, sondern eher die konsequenteren Strippenzieher hinter den Kulissen. Ob das hilft, der Partei die notwendige inhaltliche Profilschärfe zu geben, ist aus meiner Sicht stark zu bezweifeln .

17.05.2010 

Peter Ritter, MdL

 

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