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Der Landesvorsitzende der Partei DIE
LINKE. M-V, Peter Ritter, erklärt:
Klare Ziele – gute Ergebnisse
DIE LINKE in Mecklenburg-Vorpommern
hat bei den zurückliegenden Wahlen ihre Wahlziele erreicht.
Wir haben einen wichtigen Beitrag zum gestärkten Wiedereinzug
der LINKEN in das Europäische Parlament geleistet und unsere
Position als zweitstärkste kommunalpolitische Kraft im Land
ausgebaut. In 16 von 18 Wahlbereichen konnten wir bei der
Europawahl und in 13 von 18 Wahlbereichen bei der Kommunalwahl
dazu gewinnen. Prozentual und absolut.
Das Ergebnis bei den Europawahlen ist
nicht nur Ergebnis eines engagierten Wahlkampfes, sondern auch
Resultat des Wirkens unseres langjährigen Europaabgeordneten
André Brie.
Brie war nicht nur über sein Büro in
Schwerin präsent, sondern landesweit Ansprechpartner. Hinzu
kommt, dass durch die Fraktion DIE LINKE im Landtag
Mecklenburg-Vorpommern auf jeder Sitzung ein Antrag zum Thema
Europapolitik eingebracht und diskutiert wurde. Auch in der
Auseinandersetzung zum damaligen EU-Verfassungsvertrag hatten
wir - damals Regierungspartei - deutlich Position bezogen und
dafür gesorgt, dass Mecklenburg-Vorpommern diesem Entwurf im
Bundesrat nicht zustimmt.
Das alles hat zur Schärfung unseres
europapolitischen Profils beigetragen. Klare Ziele - gute
Ergebnisse.
Diesen Kurs wollten wir fortsetzen.
Auch mit André Brie. Daher hatte sich der Landesvorstand
bereits im Juli 2008 verständigt, eine erneute Kandidatur von
André Brie für das Europäische Parlament zu unterstützen.
Eine Position, der sich die Kreisvorsitzenden und der
Landesausschuss anschlossen.
Eine offene Debatte über Für und
Wider dieser Kandidatur hat es in der Bundespartei aber leider
nicht gegeben. Statt dessen
jetzt Vorwürfe, Brie hätte in dieser Partei nichts
zustande gebracht oder man habe von Brie in der Partei seit
Jahren nichts mehr gesehen.
Wer mit André Brie im zurückliegenden
Europawahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern und anderswo
unterwegs war, kann über solche Einschätzungen nur den Kopf
schütteln.
Wahlanalysen über nicht erreichte
Wahlziele nur auf dem Rücken anderer auszutragen, ist wenig
glaubwürdig und nicht zielführend.
Eine Wahlanalyse aber ist dringend
notwendig. Eine Wahlanalyse aber ist mehr, als Einzelne in den
Mittelpunkt der Kritik zu stellen. Das nicht erreichte Ziel
von bundesweit 10% + x macht deutlich, dass Wahlergebnisse für
DIE LINKE keine Selbstläufer sind. Zu hinterfragen ist, warum
der Schwung der Bundestagswahlen 2005 und der sich daran
anschließenden Landtagswahlen nicht nach Europa getragen
werden konnte. Allein am europäischen Desinteresse der Wählerinnen
und Wähler kann es wohl kaum liegen.
Realistische Forderungen, zugkräftige
Kandidatinnen und Kandidaten und Glaubwürdigkeit im eigenen
Handeln. Das war Grundlage für das gute Abschneiden der
LINKEN in Mecklenburg-Vorpommern bei den Kommunalwahlen. Klare
Ziele - gute Ergebnisse.
Auffällig bei den Kommunalwahlen ist,
dass wir überall dort, wo wir durch unsere Landräte, unsere
Oberbürgermeisterin und unsere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister
Verantwortung tragen, Stimmenzuwächse besonders deutlich
waren: im Landkreis Demmin 4,1%, im Landkreis Ostvorpommern
3,3%, in Schwerin
1,9%, auf Rügen 1,8%. In traditionellen CDU-Hochburgen
erreichten wir Wahlergebnisse von 35% bis 39%.
Anerkannte Bürgermeister wie Michael
Heinze in Schönberg oder Lothar Meistring in Löcknitz wurden
mit 71% bzw. 61% im Amt bestätigt.
In enger Koppelung an landespolitische
und bundespolitische Themen, angefangen vom kostenfreien
Mittagessen an den Grundschulen des Landes bis hin zum
Mindestlohn, war eine klare Linie im Wahlkampf zu erkennen:
Original sozial! Klare Ziele - gute Ergebnisse.
In vielen Kommunalparlamenten ist es
jetzt möglich, linke Bündnisse zu schaffen. Der Ball liegt
aber hier eindeutig bei der SPD. Sie muss sich entscheiden, ob
sie auch auf kommunaler Ebene weiter an die CDU gekettet
bleiben will oder ob sie mit der LINKEN eine an den Interessen
der Wählerinnen und Wähler orientierte Kommunalpolitik
gestalten will.
Trägt DIE LINKE jedoch als einziges
Argument die Feststellung vor sich her, die SPD ist neoliberal
und damit kein Partner, schlägt sie die Tür für diesen
Gestaltungsprozess zu, noch bevor er beginnen konnte.
DIE LINKE in Mecklenburg-Vorpommern
hat mit den Ergebnissen vom 7. Juni eine gute Ausgangsbasis für
die Bundestagswahlen gelegt. Nicht mehr, aber auch nicht
weniger.
Über Erfahrungen, Schlussfolgerungen
und Konsequenzen aus den Wahlen der Jahre 2008 und 2009 wird
DIE LINKE Mecklenburg-Vorpommern am 11. Juli auf einer
Landesbasiskonferenz diskutieren.
Schwerin, 10.06.2009 |