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Notizen aus der Provinz oder seltsame Blüten
der Großen Koalition
Der Antrag der Regierungsfraktionen von
SPD und CDU „Persönlichkeiten der Mecklenburgischen und
Pommerschen Geschichte“ für die kommende
Landtagssitzung macht nach Ansicht des innenpolitischen
Sprechers der Linksfraktion, Peter Ritter, erneut
deutlich, dass die Große Koalition mit ihrem Latein am Ende
ist. „Anders sind die zunehmend seltsameren Blüten,
die ihr politisches Handeln treibt, nicht zu erklären“,
sagte Ritter am Donnerstag.
„Beim Lesen der Überschrift war zunächst
zu vermuten, CDU und SPD wollen mit diesem Antrag unter
anderem Fritz Reuter ehren, dessen 200. Geburtstag im nächsten
Jahr würdig begangen werden sollte. Doch weit gefehlt. Besonders
gewürdigt werden sollen Personen, die unter
teilweise enormen persönlichen Opfern Widerstand gegen die
SED-Diktatur geleistet haben“, so Ritter. „Was dies mit
der ‚Mecklenburgischen und Pommerschen Geschichte’ zu tun
haben soll, bleibt das Geheimnis der Großkoalitionäre.“
„Dem berechtigten Anliegen
Personen zu würdigen, die Widerstand gegen die SED-Diktatur
geleistet sowie sich für die Einhaltung von grundlegenden
Menschenrechten und eine offene Gesellschaft engagierten
haben, wird mit einem solchen Antrag großer Schaden zugefügt“,
sagte Ritter. In der Begründung des Antrages rufen CDU und
SPD auf, die gesellschaftliche Erinnerung an persönliche
Opferbereitschaft im Widerstand gegen Diktaturen zu erhalten.
„Die Reduzierung auf die SED-Diktatur zeigt
jedoch ein einseitiges Herangehen an Erinnerung und
Geschichtsaufarbeitung“, so Ritter. „So drängt sich förmlich
die Frage auf, warum im Zuge der politischen Wende Straßennamen
von Opfern des Faschismus auch in Mecklenburg-Vorpommern getilgt
wurden.“
Nach Ansicht von Ritter sind die
Koalitionäre gut beraten, diesen Antrag zurückzuziehen und
einen neuen unter der Überschrift „Persönlichkeiten der
politischen Wende 1989/1990 würdigen“ einzubringen.
„Dies ist wohl nicht zu erwarten. Ein Blick in die
Tagesordnung der nächsten Landtagssitzung insgesamt offenbart
die Große Koalition als Bild des Jammers.“
05.11.2009
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