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Kreisgebietsreform muss mit umfassender Funktionalreform
einhergehen
„Nach den bunten
Karten des ehemaligen Innenministers Timm liegen im
Zusammenhang mit der Kreisgebietsreform jetzt die
bunten Karten des jetzigen Innenministers auf dem Tisch“,
erklärte der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion,
Peter Ritter, nachdem Innenminister Caffier der
Öffentlichkeit die aktuellen Entwicklungen zur Kreisgebiets-
und Funktionalreform vorgestellt hat. „Mit den heute bekannt
gewordenen Vorstellungen wird allerdings
deutlich, dass eine Funktionalreform offenbar völlig
ausgeblendet werden soll“, erklärte Ritter.
Um die kommunale
Selbstverwaltung tatsächlich zu stärken, müsse jedoch eine
Kreisgebietsreform mit einer umfassenden
Funktionalreform verbunden sein. Dies mache auch das von
der Landesregierung in Auftrag gegebene Hesse-Gutachten
deutlich. „Daran sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt
erhebliche Zweifel angebracht“, sagte Ritter. „Die
Landesregierung möchte sich offenbar
nicht in die Karten schauen lassen, auf Vorschlag der
Fraktionen von SPD und CDU wurde die Unterkommission
‚Funktionalreform’ der Enquete-Kommission des Landtags
kurzerhand beendet“, kritisierte Ritter. „Und es
muss auch aufhorchen lassen, wenn von einer Auflösung der
unteren staatlichen Ämter inzwischen keine Rede mehr ist“,
sagte er.
Ritter begrüßt
die Einsicht des Innenministers, die kleinen
kreisfreien Städte in die Kreisgebietsreform
einzubeziehen. „Zu hinterfragen ist nun, warum die
Koalitionsfraktionen erst kürzlich im Landtag beschlossen
haben, über die Einkreisungen
gesondert zu entscheiden“, sagte Ritter. „Dies war wohl
reine Hinhaltetaktik.“ Die Linksfraktion wird nach Angaben
Ritters die Aufforderung des Innenministers nach einer
umfassenden öffentlichen Diskussion ernst nehmen. „Gespannt
sein dürfen wir auf die Position der SPD sein, die seinerzeit
unsere Vorschläge z.B. für ein ‚6-plus-2-Modell’ vehement
abgelehnt hat.“
Schwerin, 24.06.2008 |
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