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Arbeitslosenverbandes Deutschland, Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e. V. - 10. Landesverbandstag - 22.
September 2007, Bützow, Rathaus
Grußwort
Liebe
Delegierte des 10. Landesverbandstages des
Arbeitslosenverbandes Mecklenburg-Vorpommern,
sehr verehrte
Gäste,
zunächst
bedanke ich mich für die die Einladung zu diesem Verbandstag.
Der
Arbeitslosenverband ist ja ein überparteilicher
Interessenvertreter von Erwerbslosen und trotzdem oder gerade
deshalb haben wir in unserem Wirken viele gemeinsame und
ähnliche Ziele.
Schon wieder
sind zwei Jahre seit unserem letzten Verbandstag, am 8.
Oktober 2005, vergangen.
„Unser
Verbandstag“ kann ich sagen, denn ich bin selbst Mitglied des
ALV in meinem Heimatkreis, im Kreisverband Demmin.
Zwei Jahre
sind seit dem Letzten Verbandstag vergangen, zwei Jahre mit
teilweise dramatischen Entwicklungen für viele Erwerbslose und
ihre Familien, mit politischen und gesetzlichen Veränderungen
– auch mit Veränderungen für den Verband.
DIE LINKE,
damals noch Linkspartei, hat die Hartz-Gesetze, insbesondere
Hartz IV, von Anfang an abgelehnt, weil insbesondere Hartz IV
Armut per Gesetz bedeutet.
Schon im
Sommer 2005 hat der Paritätische Wohlfahrtsverband nach einem
halben Jahr in einer Studie auf die Auswirkungen von Hartz IV
und die Zunahmen von Armut, insbesondere von Kinderarmut
hingewiesen, und forderte eine Anhebung der Regelsätze auf 420
Euro.
Inzwischen
hat sich sogar bis in die Reihen der CDU herumgesprochen –
leider nicht bis zur CDU in unserem Land, dass die Armut,
insbesondere die Kinderarmut, in einem der reichsten Länder
der Erde insbesondere auch durch nicht ausreichende, nicht
Existenz sichernde und erst recht nicht bedarfsgerechte
Regelsätze im SGB II, steigt.
Die jüngste
OECD-Studie bestätigt noch einmal die erschreckende
Entwicklung auch im Bildungsbereich, wonach nicht nur Armut
sondern auch Bildungsarmut vererbt wird und Kinder und
Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien im Vergleich
mit anderen Ländern in Deutschland geringere Bildungschancen
haben.
Meine
Landtagsfraktion hat in den letzten Monaten mehrere Anträge in
den Landtag eingebracht mit denen wir die Landesregierung
aufgefordert haben, im Interesse der Betroffenen aktiv zu
werden. Leider wurden diese alle abgelehnt.
Wie dies zu
einem kinder- und familienfreundlichen Land passt, das konnte
mir weder Herr Seidel noch Herr Sellering logisch erklären,
denn es passt einfach nicht zusammen und die Landesregierung
lässt die Betroffenen sehenden Auges im Regen stehen, sprich
in unzumutbaren Verhältnissen leben.
Weil dieses
Thema leider eines der naheliegendsten auch für den
Arbeitslosenverband ist, begrüße ich sehr die heutige
Erklärung des Landesverbandes „Kinderarmut bekämpfen – für
bedarfsgerechte Einkommen aller Familien“.
Ein weiteres,
im wahrsten Sinne des Wortes, dunkles Kapitel der letzten zwei
Jahre sind das Erstarken und der Einzug der NPD in den
Landtag Mecklenburg-Vorpommern.
Leider ist es
den demokratischen Parteien im Land nicht gelungen dies zu
verhindern.
Ich danke
aber in diesem Zusammenhang dem Arbeitslosenverband und seinem
Landesvorsitzenden für seine eindeutigen Aussagen und
Initiativen bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus.
Arbeitslose
sind weder per se dumm, noch sind die per se schlechte Eltern
und erst recht nicht sind die per se rechtsextrem.
Um dem
Erstarken insbesondere der NPD in unserem Land, aber auch
bundesweit, entgegenwirken zu können, bedarf es weiter des
Kampfes gegen den Abriss des Sozialstaates und damit also des
Ringens um einen Existenzsichernden Mindestlohn, um eine
Existenzsichernde soziale Grundsicherung für alle – und dazu
gehört dann eben auch ein bedarfsgerechter und
Existenzsichernder Regelsatz bei Hartz IV für Kinder,
Jugendliche und Erwachsene.
Es geht um
die Anerkennung der Lebensleistung im Alter und um eine
solidarische Gesundheitsversorgung.
Neben der
politischen Arbeit gebührt dem Landesverband, seinen haupt-
und den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern, vor allem Dank für seine Arbeit in den
zahlreichen Projekten, mit denen sie alle hier, liebe
Delegierte, vielen Kindern und Jugendlichen, Arbeitslosen,
Migrantinnen und Migranten, aber auch älteren Menschen im Land
Hilfe und Unterstützung geben.
Deshalb finde
ich es auch gut, dass der Landesverband stellvertretend, aber
auch in Anerkennung besonderer Verdienste, Mitglieder
auszeichnet und es freut mich natürlich besonders, dass dies
heute auch für ein Mitglied meiner Partei und meiner jetzigen
Landtagsfraktion zutrifft.
All den
Ausgezeichneten, aber auch den vielen, die nicht ausgezeichnet
werden können, einschließlich des Landesvorstands, der nunmehr
seine Arbeit beendet, sage ich persönlich und im Namen der
LINKEN in Mecklenburg Vorpommern Dank.
Und fast
schon natürlich – ich habe eingangs darauf verwiesen –
verbinde ich diesen Dank mit der Hoffnung auf eine weitere
gute Zusammenarbeit, weil wir gemeinsam für eine bessere
Gegenwart und Zukunft im Interesse der mehr als 200.000
Menschen im Land streiten, die unter Hartz IV leiden müssen.
Ich wünsche
der Delegiertenversammlung und den neuen Gremien eine
erfolgreiche Arbeit. Danke. |