|
Zum 50 .Jahrestag der Gründung der
NVA erklären der Landesvorsitzende der Linkspartei.PDS, Peter
Ritter, und der amtierende Sprecher der
Landesarbeitsgemeinschaft "Frieden und internationale
Sicherheit", Bernd Blumenthal:
Alte-Neue Feindbilder?
Als im letzten Jahr die Gründung der Bundeswehr vielfältig
gewürdigt wurde, war auch immer die Rede von der "Armee der
Einheit", von der beispielgebenden Rolle des
Vereinigungsprozesses beider Armeen, dem gleichberechtigten
Wirken der Soldaten und Offiziere. Heute ist das offenbar
alles nicht mehr wahr.
"Die NVA war die Armee des
Unrechtsregimes der DDR. Ein ehrendes Andenken an die NVA
durch die Bundeswehr ist daher ausgeschlossen." so ein Erlass
des Bundesministeriums der Verteidigung. Im Gegensatz zur NVA,
so der immer wieder gebrauchte Wortlaut, hätte die Bundeswehr
nie ein Feindbild gehabt. Spätestens mit diesem Erlass hat
sie ein Neues. Die Sprüche über die "Armee der Einheit" sind
so nichts mehr wert.
Die NVA ist, wie die Bundeswehr auch, Ergebnis des Kalten
Krieges. So wie die Bundeswehr in ihrer Rückschau auf die 50
Jahre ihres Bestehens für sich in Anspruch nimmt, in der Zeit
der Blockkonfrontation das militärstrategische Gleichgewicht
und damit den Frieden gesichert zu haben, gilt dieser Anspruch
in gleichem Maße für die NVA und das Wirken ihrer Soldaten.
Die NVA hat in ihrer Geschichte keine Kriege geführt Dies ist
unseres Erachtens aller Ehren wert. Den heutigen Staatsbürgern
in Uniform eine differenzierte und realistische
Auseinandersetzung mit einem Teil der deutschen Vergangenheit
zu untersagen, ist dagegen eine Fortsetzung des Kalten Krieges
mit anderen Mitteln und Kennzeichnen einer rückwärtsgewandten
Politik.
Schwerin, 27. Februar 2006 |
|