|
Erklärung der Konversionskonferenz der Linkspartei.PDS,
02.09.2006, Rostock
Die Bewältigung von Konversionsaufgaben, die Überführung
ehemaliger militärischer Liegenschaften in zivile Nutzung ist
ein wichtiges wirtschaftliches und gesellschaftspolitisches
Problem.
Standortschließungen führen zu einer wirtschaftlichen und
sozialen Ausnahmesituation. Auch wenn, wie mit der so
genannten Bundeswehrstrukturreform des Jahres 2001 keine
wirklichen Abrüstungsmaßnahmen verbunden sind, muss sich
Bundes- und Landespolitik den Herausforderungen des
Strukturwandels stellen.
Durch den Abzug des Militärs sinkt der Bedarf an Schulen,
Kindertagesstätten, Handelsflächen und Wohnungen.
Gleichzeitig entstehen frei werdende Immobilien und
Nutzflächen, die ohne Hilfe für die Standortkommunen dem
Verfall preisgegeben sind.
Dieser Verschwendung von Steuermitteln muss konsequent
entgegen gewirkt werden.
Für die Linkspartei.PDS war es daher auf Landesebene wichtig,
den Kommunen zu helfen, neue, tragfähige zivile
Wirtschaftsstrukturen aufzubauen, eine zukunftsgerechte
Stadtentwicklung zu unterstützen, eine
beschäftigungspolitische Neuorientierung einzuleiten,
ökologische Potenziale zu nutzen und auf Nachhaltigkeit
gerichtete Strategien zu entwickeln.
Fördermechanismen wurden den besonderen Bedingungen angepasst
und ausgestaltet. Eine bundesweit einmalige
Konversionspartnerschaft zwischen dem Land, den
Konversionskommunen, der Bundeswehr und der Bundesanstalt für
Immobilienangelegenheiten konnte unterzeichnet werden.
Diese Partnerschaft gilt es in den nächsten Jahren
auszugestalten.
Durch die Landespolitik sind die Kommunen zu ermuntern, die
Chancen für den Strukturwandel unter Nutzung der Hilfsangebote
des Landes in praktisches Handeln zu lenken und Wirklichkeit
werden zu lassen.
Förderinstrumente wie die Standortkonversionsrichtlinie haben
sich bewährt. Fördersummen und Förderhöhen sind beizubehalten.
Mit vergleichsweise wenig finanziellem Aufwand können damit
Arbeitsplätze, vor allem im ländlichen Raum, geschaffen
werden.
Die Initiativfonds für Sonderbelastungen der Kommunen,
beispielsweise zusätzliche Bauleitplanungen, Erarbeitung von
Konversionsplänen oder Unterstützung beim
Konversionsmanagement, sind zu erhalten.
An die Bundespolitik gerichtet sind aus Sicht der
Linkspartei.PDS die zentralen Forderungen der
Ostseefriedenskonferenz von 2004
- die Kürzung der Mittel im Verteidigungshaushalt und
gleichzeitig
- die Erhöhung der Mittel für Konversion sowie
- die Verabschiedung eines Bundeskonversionsprogramms
nach wie vor aktuell.
Notwendig ist die Einführung eines Haushaltstitels
"Konversion" in den Bundeshaushalt.
Konversionsflächen sind aus dem allgemeinen Verwertungsauftrag
der BIMA auszugliedern. Zur Erleichterung des Strukturwandels
soll eine verbilligte Abgabe nicht mehr benötigter
Liegenschaften an Investoren mit der Bindung an die Schaffung
neuer Arbeitsplätze ermöglicht und die Beteiligung an der
Sanierung haushaltstechnisch geklärt werden.
Rostock, 02.09.2006
|
|